Wissenswertes über Bienen

Die Biene bestäubt etwa 80 – 85 Prozent unserer Kultur- und Wildpflanzen. Ihre Arbeit ist wichtig, denn sie schafft die Voraussetzung für eine bessere quantitative und qualitative Fruchtbildung. Die Arbeitsleistung der Bienen ist eindrucksvoll: Für 1 Kilogramm Honig, suchen die Bienen bis zu 15 Millionen Blüten auf. Sie müssen eine Strecke von ca. 150.000 Kilometern zurücklegen, um dieses Ziel zu erreichen. Pro Tag machen die Bienen eines Bienenvolkes etwa 400.000 Ausflüge (bei Schönwetter).

Das Bienenjahr

Ab August werden die sogenannten Jungbienen gezeugt, die länger leben und daher überwintern können. Während sich die Jungbienen schonen, verrichten die Arbeiterinnen alle Aufgaben im Bienenvolk. Dazu gehören das Sammeln von Futter wie auch den Stock winterfest zu machen. Im Oktober sterben sie und das restliche Volk zieht sich in eine Wintertraube zurück. Bienen halten keinen herkömmlichen Winterschlaf. Bei Bienen handelt es sich um eine Ruhephase, in der sie sich langsam aber kontinuierlich bewegen, um nicht zu erfrieren.

Arbeiterinnen-Vermehrung

Im Vorfrühling beginnt die Königin wieder mit dem Legen von Eiern. Deren Zahl steigert sich langsam und kann im Mai über 1.000 Eier pro Tag betragen! Die so produzierten Arbeiterinnen übernehmen je nach Lebensabschnitt verschiedene Aufgaben. Zuerst produzieren sie Wärme, dann putzen sie und füttern Maden und Larven. Sobald die Wachsdrüsen voll ausgebildet sind, dürfen sie bauen. Schließlich machen sie Orientierungsflüge und am Ende ihres 6- bis 8-wöchigen Lebens werden sie zu Flugbienen und sammeln Pollen, Nektar und Harze. Als letzte Aufgabe in ihrem kurzem Bienenleben sammeln sie Wasser.

Weiselerneuerung

Erreicht ein Volk eine bestimmte Größe (ca. 40.000 Bienen), setzt der Schwarmtrieb ein. Zuerst werden größere Zellen gebaut, in die unbefruchtete Eier gelegt werden, aus denen später die Drohnen schlüpfen. Dann werden 5 – 20 befruchtete Eier für die sogenannten Weiseln, die späteren Königinnen, gelegt. Ungefähr eine Woche bevor die erste Weisel schlüpft, fliegt die Hälfte des Bienenvolkes mit der alten Königin weg. Es folgen noch 1-2 Nachschwärme, die mit ein oder mehreren Jungköniginnen auf die Reise gehen. Die neue Königin bleibt mit dem restlichen Volk im Stock und fliegt auf ihrem Hochzeitsflug zu Drohnensammelplätzen. Dort findet in ca. 15 – 20 Metern Höhe die Begattung in der Luft statt, danach sterben die Drohnen.

Drohnenschlacht

Im August geht das Bienenjahr langsam zu Ende. Nach und nach werden die Drohnen verbannt und sterben. Mit der Produktion von Jungbienen fängt der Kreislauf wieder an.



Bedeutung des Honigs für die Bienen

Honig dient dem Bienenvolk als Futter und Energiequelle, um längere Zeit ohne Nahrungszufuhr von außen überleben zu können. So muss im Winter im Inneren der sogenannten Wintertraube eine Temperatur von ca. 27 °C gehalten werden, an der Oberfläche der Wintertraube darf die Temperatur nicht unter 8 °C abfallen, da sonst die Bienen sterben würden. Die Strategie anderer staatenbildender Insekten (Wespen, Hornissen, Hummeln) besteht dagegen darin, dass das gesamte Volk zum Winter hin abstirbt und nur junge Königinnen in einer Kältestarre überleben. Honigbienen haben dagegen die Fähigkeit, ihre unmittelbare Lebensumgebung zu gestalten, indem sie die erforderliche Nesttemperatur stets aufrechterhalten. Dafür legen sie Honigvorräte an, um stets genügend „Brennstoff“ zur Verfügung zu haben. Sie haben einen anderen Stoffwechsel, eine veränderte Zusammensetzung der Hämolymphe (siehe auch Westliche Honigbiene).

Selbst bei Außentemperaturen bis weit unter −20 °C können die Bienen bei ausreichendem Futtervorrat und einer Individuenzahl von mehr als ca. 5.000 den im Innern der Wintertraube erwärmten Honig aufnehmen und damit die notwendigen Körpertemperaturen aufrechterhalten. Der Vorteil der Überlebensstrategie, Honigvorräte anzulegen und den Winter als ganzes Volk zu überleben, liegt darin, dass im nächsten Frühjahr eine große Zahl von Arbeitsbienen sofort das in dieser Jahreszeit reichliche Nahrungsangebot nutzen und die eingetragenen zuckerhaltigen Stoffe zu Honig verarbeiten kann. Durch imkerliche Maßnahmen entstehen zusätzlich Überschüsse, die eine Honigernte ermöglichen.
Für das Überleben des Bienenvolkes ist es notwendig, dass der Imker nach der Entnahme des Honigs im Spätsommer oder Herbst das Volk mit einer ausreichenden Menge Ersatzstoff in Form von Zuckerprodukten versorgt.



Entstehung von Honig

Honig entsteht, indem Bienen Nektariensäfte oder auch andere süße Säfte an lebenden Pflanzen aufnehmen, mit körpereigenen Stoffen anreichern, in ihrem Körper verändern, in Waben speichern und dort reifen lassen. Die Hauptquelle ist der Nektar von Blütenpflanzen. Als weitere Quelle kommt in einigen, hauptsächlich gemäßigten Klimaregionen der Erde, die gelegentliche Massenvermehrung verschiedener Rinden- und Schildläuse hinzu, bei der dann in ausreichenden Mengen Honigtau entsteht. Seltener spielen auch extraflorale Nektarien (außerhalb von Blüten) eine Rolle, zum Beispiel die Pflanzensaftabsonderung aus der Blattachsel beim Mais. Die Biene saugt den Nektar oder Honigtau über ihren Rüssel auf. In der Honigblase wird dieser dann in den Bienenstock transportiert. Dort wird der zuckerhaltige Saft an die Stockbienen weitergegeben, die ihn im Laufe der Zeit mehrfach transportieren (umtragen), indem sie ihn in ihren Körper aufnehmen und wieder abgeben. Beim Transport in den Bienenstock und beim Umtragen gelangen Säuren, Enzyme und sonstige Eiweiße aus der Biene in den Nektar und bewirken eine Invertierung der Saccharose, Isomerisierung von Glucose zu Fructose und die Bildung höherer Saccharide. Außerdem wird der Nektar eingedickt und es entstehen sogenannte Inhibine; eine allgemeine Bezeichnung für Stoffe, die das Wachstum von Hefen und Bakterien hemmen. Die Reduzierung des Wassergehalts erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird ein Tropfen Nektar über den Rüssel mehrfach herausgelassen und wieder eingesaugt. Danach, ab einem Wassergehalt von 30 bis 40 %, wird der so schon bearbeitete und etwas eingedickte Nektar über und auch im Brutnest in leeren Wabenzellen ausgebreitet. Die Zellen werden dabei nur teilweise gefüllt, um eine möglichst große Verdunstungsfläche zu erzeugen. Die weitere Verdunstung des Wassers wird jetzt durch Fächeln mit den Flügeln beschleunigt. Dabei wird beispielsweise nachts die Stockluft mit kühlerer und trockenerer (absolute Feuchte) Außenluft getauscht, die auf annähernd Brutnesttemperatur aufgeheizt wird. Schließlich wird ein Wassergehalt von unter 20 % erreicht, meist 18 % oder sogar noch etwas geringer. Damit ist der Trocknungsvorgang des Honigs durch die Bienen abgeschlossen. Der jetzt fertige Honig wird noch einmal umgetragen und in Lagerzellen über dem Brutnest eingelagert, wobei er mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen wird. Imker bezeichnen diesen Vorgang als Verdeckeln. Er ist für sie das Zeichen, dass der Honig reif ist und geerntet werden kann. Bei einigen Trachtpflanzen (Heide) und sogenannten Massentrachten (Raps) kann allerdings ein Honig entstehen, der noch einen Wassergehalt über dem möglichst gewünschten Wert von 18 % (DIB-Vorschrift) hat oder sogar im Bereich der Gärfähigkeit von über 20 % liegt. Deshalb ist es für eine Honigernte sicherer, den Wassergehalt vorab mit einem Refraktometer zu prüfen. Honig entsteht generell erst dann, wenn eine ausreichende Menge pro Zeiteinheit von den Sammelbienen in den Bienenstock heimgebracht wird. Diese muss über dem laufenden Eigenverbrauch, der zur Ernährung des Bienenvolks und zur Aufzucht der Brut notwendig ist, liegen. Der Imker spricht dann von einer Blüten- oder Honigtautracht. Es werden also nur Überschüsse zur Bevorratung weiterverarbeitet und schließlich eingedickt als Honig gelagert. In Australien, Asien und Amerika wird nicht nur der Honig der auch bei uns beheimateten westlichen Honigbiene genutzt. Auch exotische Bienenarten liefern dort hochwertige Honige, die als seltene Spezialitäten gelten, aber bisher kaum in den internationalen Handel gelangen.

Quellen: Privat, Wikipedia
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